Asymmetrisch

Asymmetrische Schnitte sind nicht wie sonst üblich symmetrisch, sondern zeichnen sich durch Besonderheiten aus, die sich auf der gegenüberliegenden Seite eines Kleides nicht wiederholen. Das momentan angesagteste Beispiel eines asymmetrischen Kleides in der Abendmode ist der Oneshoulderdress, bei dem nur eine Schulter von einem Träger gehalten wird.

Solch ein asymmetrisch geschnittenes Dekolleté wirkt als ganz besonderer Eyecatcher und betont die Weiblichkeit der Trägerin auf außergewöhnliche Art und Weise. Auch ein am Saum schräg geschnittenes Kleid, dessen eine Seite des Rockes länger ist als die andere, bezeichnet man als asymmetrisch und spricht dabei von einem asymmetrischen Saumverlauf. Eine weitere Form der Asymmetrie ist eine asymmetrisch angebrachte Knopfleiste. Solche schrägen oder unregelmäßigen, sprich asymmetrisch geschnittenen Kleidungsstücke und Abendkleider wirken allein schon durch ihre ungewöhnliche Form und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Es gibt viele Arten von Asymmetrie – der Ungleichmäßigkeit. Immer öfter sind diese Ungleichmäßigkeiten auch in der Bekleidung zu finden. Asymmetrie in Mode bedeutet so viel wie: Der schiefe Schnitt. Es sind extravagante Kleidungsstücke, die etwas Besonderes, auf den ersten Blick etwas nicht Normales an sich haben. Früher schon legten die Menschen viel Wert auf Symmetrie. Ganz oft war es das Gesicht, welches als Schönheitsideal galt, wenn es symmetrisch war, somit zwei gleiche Gesichtshälften hatte. Dies kann man auch sehr gut auf die Mode beziehen. Früher trugen die Leute sehr schlichte, wenig verzierte oder ausgefallene Kleidung. Alles war sehr geschlossen und man zeigte wenig Haut. Doch das war einmal. Immer häufiger bekommen wir Kleidungsteile in einem asymmetrischen Schnitt zu Gesicht, die zwar aufwendig mit Perlen bestickt, oder Ornamenten verziert sind, aber mehr Haut zeigen, indem eine Schulter ausgelassen wird, oder ein Ärmel fehlt. Die Kleider haben einen schiefen Saum – mit Absicht. Die Symmetrie, die früher als Ideal galt, wurde von der Asymmetrie eingenommen. Es ist einfach hübscher an einem Kleidungsteil herum zu experimentieren, oder der Natur ihren freien Lauf zu lassen. Die Asymmetrie ist wie ein Ungleichgewicht. Dies kann man sich auch bildlich vorstellen. Hätte man sozusagen ein Oberteil, welches symmetrisch ist, so wäre die Wage auf beiden Seiten des Kleidungsteils gleich – ausgeglichen.

Die Asymmetrie muss man sich so vorstellen, dass man den Stoff ungleichmäßig aufteilt. Der Stoff, der vorher an beiden Seiten gleich war, wird nun an einer Seite schwerer, dafür an der anderen Seite leichter. Dies bedeutet wiederum, dass die Wage auf einer Seite herunterkippt. Das ist beim Kleidungsstück genauso. Es kippt dadurch an einer Seite und geht an der anderen in die Höhe. Dadurch erreicht man einen schiefen Saum. Für das Auge ist dieser Vorgang nichts Übliches und normales, deshalb sind Kleidungsstücke der Asymmetrie auch so spannend. Es ist etwas Fremdes und Unruhiges, woran man sich nicht so schnell satt sieht.

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